Ich schloss meine Wohnungstür auf. In diesem Moment kam mir ein aromatischer Essensgeruch getaucht in eben solch wirkenden Kerzenlicht entgegen. Gerade wollte mir diese Atmosphäre ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, da verschwand es auch sogleich wieder, als ich meine düster schauende Ehefrau am gedeckten Tisch sitzen sah. Sofort zischte aus ihr die Frage, woher ich eigentlich komme.
Als ich ihr die Situation erklären wollte, fauchte Sie erneut dazwischen: "Nicht einmal an unseren ersten Hochzeitstag hast du gedacht." "Ich habe dir doch heute eine SMS gesendet", verteidigte ich mich. "So ... eine SMS. Da hast du dir aber viele Gedanken gemachte", kam prompt ihr nächster Vorwurf. "Wo ist nur deine romantische Ader hin? Früher hast mir immer eine
Grußkarte mit Luftballons geschickt, als ich oben auf dem Balkon meiner Eltern stand, während du unten gewartet hast, hineingelassen zu werden. Du fandest das immer besser, als zu klingeln.
Und nun besteht dein Herz aus Schaltkreisen. SMS und Email." "Aber Schatz", versuchte ich die Situation zu retten. "Schau die doch erst einmal meine Grußkarte an, die ich dir gesendet habe." Ich öffnete meinen Laptop, schaltete ihn an und zeigte ihr auf Ihrem Email-Account, die E-Card, die ihr gesendet habe. "Die haste doch bestimmt von
kostenlosegrusskarten.net oder so. Wirklich sehr teuer. Vielleicht sollte ich dir fürs Finanzamt eine Spendenquittung ausstellen", beurteilte Sie den Kartengruß zynisch. "Nein die Karte kommt von grusskartenbote.de (was ungefähr das gleiche war) und ist nur die Einleitung zum eigentlichen Geschenk", verteidigte ich mich erneut und legte eine sündhaft teure Halskette um.